Wen wählen? Kommunalwahl in Rambin am 26. Mai

Keiner kauft die Katze im Sack. Einen Gebrauchtwagen würden man auch auf Herz und Nieren prüfen. Und bei der Kommunalwahl in Rambin am 26. Mai?

Da wäre es gut zu wissen, wie die Kandidatinnen und Kandidaten für die Aufgabe gerüstet sind und was sie in den kommenden fünf Jahren mit unserer Gemeinde vorhaben – unabhängig von Wahlplakaten an den Laternen und Faltblättern in den Briefkästen. 15 Männer und Frauen treten zur Wahl an, zehn auf der Liste der CDU, vier auf der Liste der Partei DIE LINKE und einer als Einzelkandidat. Neun von ihnen werden ins „Dorfparlament” einziehen. Zwei streben das Ehrenamt des Bürgermeisters an.

Hier wird am 26. Mai gewählt.

Ich habe in Absprache mit der noch amtierenden Gemeindevertretung den Bewerberinnen und Bewerbern zehn Fragen gestellt und aus den Antworten Informationen für Sie zusammengetragen. Die meisten machten von diesem Angebot Gebrauch.

Bei der Wahl vor fünf Jahren lag die Wahlbeteiligung in Rambin bei 50,06 Prozent und damit etwas höher als im Durchschnitt der Kommunalwahlen von Mecklenburg-Vorpommern (46,5 Prozent). Dennoch: Nur jeder Zweite nutzte sein Stimmrecht. Mit diesen Informationen auf der offiziellen Internetseite der Gemeinde Rambin wollen wir Ihnen die Wahlentscheidung erleichtern – auch in der Hoffnung auf eine gute Wahlbeteiligung.

Christian Thiede (FDP) tritt nach 25 Jahren als Bürgermeister nicht wieder an. Nachfolger wollen Andreas Klug (CDU) und Wolfgang Meyer (DIE LINKE) werden. Mehr über die beiden und andere finden Sie unter diesem Link…

Noch eine Bitte: Da nur wenige Rambinerinnen und Rambiner per E-Mail erreicht werden, bitte weitersagen: Im Internet auf rambin.de gibt’s wichtige Informationen zur Kommunalwahl.

Ihr Frank Levermann

Heimatliteratur beim Backofengespräch weckte Erinnerungen

Von Jan Bürger

Backofengespräch am 26. April: Gudrun Lange, Autorin der Bücher „Mein Leben als Landkind“ und „Abenteuer Internat“, las am Lehmbackofen des Heimatmuseums Rambin Auszüge daraus vor und stellte diese zur Diskussion. Viele der rund 20 Teilnehmer zogen Vergleiche mit Ihrer eigenen Vergangenheit. In anschaulicher Weise erläuterte die Autorin ihr Leben als Mitglied einer Bauernfamilie und die beschwerliche Überwindung der Wege vom Bauernhof zur Schule.

Ab der erweiterten Oberschule musste sie das Internat in Bergen besuchen. In teilweise lustigen und manchmal nachdenklichen Passagen beschriebt sie das Internatsdasein und das Lernen. Sollte ein dritter Teil ihres Lebens von der Autorin beschrieben werden, freuen sich die Anwesenden schon jetzt darauf.

Während Ihres Vortrages konnten die Teilnehmer den Duft aus dem Lehmbackofen genießen, in dem frisches Brot und Kuchen gebacken wurden. Wie immer bekam die Autorin ein frisch gebackenes Brot aus dem Lehmbackofen in einen speziell für diese Lesung bestickten Brotbeutel als Honorar vom Vorsitzenden des Heimatmuseum-Vereins, Prof. Dr. Wolfgang Heun, übergeben. Bei frischem Kuchen und Schmalzstullen diskutierten die Teilnehmer der Runde mit Gudrun Lange noch lange weiter.

Mit der Pferdekutsche zum Hausbesuch

Seit hundert Jahren gibt es in Rambin ununterbrochen ärztliche Betreuung. Das historische Doktorhaus erlebte eine wechselvolle Geschichte.

Arztpraxen verwaisen, wenn der Doktor in den Ruhestand tritt; so ist das häufig auf dem platten Land. Nicht so in Rambin. Im April 2019 gibt es im Dorf seit genau 100 Jahren in ununterbrochener Folge eine qualifizierte medizinische Versorgung, zeitweilig sogar mit mehreren Ärzten und bis zu 14 Bediensteten am Ort. Ein Jubiläum, von dem selbst Ortsansässige kaum etwas wissen. Die Gemeinde wird diesen Anlass in einer Feierstunde begehen und im Ort eine Informationstafel aufstellen.

Ein historisches Gebäude spielt eine besondere Rolle – das Doktorhaus direkt gegenüber vom Rambiner Friedhof. Ein Schelm, der dabei Böses denkt. Andererseits: Der Weg zwischen Friedhofsmauer und Arztpraxis heißt „Zum Landambulatorium“. Hier hat sich die Begriffswelt der DDR in die Neuzeit gerettet. Landambulatorien und Polikliniken entwickelten sich von 1955 an zum Kern der medizinischen Versorgung.

Ärztin für Rambin und Umgebung ist aktuell Dr. Martina Lindner. Ihr Vorgänger, Dr. Francis Baudet, musste lange suchen bis er die Nachfolge sichern konnte. Dabei kam sogar ein Zufall zu Hilfe. Foto: Frank Levermann

Hinter der klassizistischen Fassade des doppelstöckigen Hauses wirkten Generationen von Landärzten. Die Leute in Rambin nennen es deshalb heute noch Doktorhaus, obwohl die medizinische Versorgung jetzt nebenan stattfindet – im schlicht dreinschauenden weißen und klinisch sauberen Zweckgebäude. Seit Ende 2014 versorgt hier die Medizinerin Dr. Martina Lindner rund 1000 Patienten aus Rambin und Umgebung.

Die Historie der Ärzte im Dorf beginnt mit einer Liebesgeschichte und endet tragisch. Den damals 29-jährigen Mediziner Dr. Wilhelm Hirsch zieht es nach Rambin – der Liebe wegen zur Rüganerin Margarete Stockmann vom damaligen Forsthaus Hedwigshof bei Kluis. Im Jahr zuvor hatte er in Breslau seine Doktorarbeit geschrieben. Hirsch kauft das Haus in Rambin, richtet sich im Obergeschoss häuslich ein und gründet im April 1919 in Parterre die erste Arztpraxis mit kleinem Wartezimmer. In dieser Zeit kuriert Europa gerade an den tiefen Wunden, die der Ersten Weltkrieg geschlagen hatte. Vielerorts herrschen Krankheit und Elend, Ärzte sind überall vonnöten. Er hat gut zu tun, der erste Allgemeinmediziner in Rambin.

Wird der Doktor zum Hausbesuch gerufen, schwingt er sich aufs Fahrrad und besucht so seine Patienten. Später bringt er es zum Pferd mit Wagen, in den Dreißigerjahren sogar zum Zweispänner mit „Jagdwagen“. Immer rufbereit steht ihm Kutscher Hans Natzius zur Seite. Hinter dem Doktorhaus befinden sich ein Stall für die beiden Pferde und den Kutschwagen sowie ein weiterer Stall mit Waschküche und Nebenräumen, unter anderem mit der Schlafstätte für den Kutscher.

Dr. Hirsch, ab 1919 erster Arzt in Rambin. Foto: Privat

Dr. Wilhelm Hirsch ist Arzt durch und durch. Und die Leute in Rambin lieben ihn für seine ständige Einsatzbereitschaft und „ärztliche Kunst“, wie es damals hieß. Für Freizeit bleiben ihm und seiner Margarete, die er zwischenzeitlich geheiratet hatte, kaum Zeit. „Wenn wir ausnahmsweise mal nach Stralsund ins Theater wollten, fuhren wir mit dem Zug“, schreibt Margarete Hirsch in ihren Erinnerungen. Die Pferde mussten geschont werden für den Diensteinsatz unter der Woche. Weiter schreibt sie in ihren Erinnerungen: „Auf dem Rückweg kamen wir nachts mit der Fähre von Stralsund bis Altefähr und liefen bei Stockdunkelheit die sechs Kilometer zu Fuß nach Hause.“

Man schreibt den 7. Juni 1937, jenen Tag, an dem der emsige, beliebte Doktor mit nur 47 Jahren stirbt. Nach 18 Jahren Schaffenszeit in Rambin wird er drei Tage später beigesetzt. „Die Teilnehmerzahl war unübersehbar“, schreibt Margarete Hirsch in ihren Erinnerungen, „jedes Haus hatte Halbmast geflaggt“. Das ganze Dorf traure um seinen Arzt.

Unmittelbarer Nachfolger ist Dr. Hermann Rolshoven, der aus dem Rheinland zugezogen war und bislang für Hirsch die Vertretung innehatte. 1948 kommt für Rolshoven der Ruf als Chirurg ans Krankenhaus in Bergen. Nachfolger in Rambin wird Dr. Fritz Schumann. Als Heimatvertriebenen hatte es ihn von Hinterpommern nach Rambin verschlagen. Bis 1953 praktiziert er hier. Danach kommt der in Putbus ansässige Kreissportarzt Dr. Werner Grunert dreimal in der Woche zur Sprechstunde ins Doktorhaus nach Rambin.

Das Rambiner Doktorhaus nach Sanierung. Hier praktizierten Generationen von Landärzten. Foto: Frank Levermann

Schließlich, 1955, erreicht der Wandel im Gesundheitssystem der DDR auch das beschauliche Rambin. Das historische Doktorhaus wird zum Landambulatorium umfunktioniert. Nach dem Muster der größeren Polikliniken in zentralen Städten kümmert sich das Personal der neuen Landambulatorien um die medizinische Versorgung in dünn besiedelten Gebieten. Rambin mutiert zum Zentrum der Gesundheitsversorgung für den ganzen Süd-Westen. Zum Landambulatorium gehören die fünf Dependancen Samtens, Altefähr, Gustow, Dreschwitz und die Insel Hiddensee, teils mit eigenen Ärzten vor Ort und weiterem medizinischen Personal. Insgesamt ein Netzwerk von gut 30 Mitarbeitern. Rambin selbst hat dabei mit 14 Bediensteten eine stattliche Personalausstattung.

Doktorhaus nach Veränderung in der DDR-Zeit. Schlicht, grau und rau: Das Doktorhaus Mitte der Siebzigerjahre nach Renovierung. Im Dorf sprach man spöttisch vom „LPG-Putz”. Foto: Privat

Ärzte und medizinische Mitarbeiter aller Außenstellen treffen sich zu dieser Zeit in Rambin regelmäßig jeden Monat zur Besprechung über aktuelle Behandlungsfälle. Von Gründung des Landambulatoriums an ist zunächst für zwei Jahre der Allgemeinmediziner Dr. Werner Grunert Chef. Jugendzahnärztin Margot Siebke gehört zum Team, jahrelang auch das Ärzteehepaar Heidi und Michael Kallius aus Vitte auf Hiddensee. Nachfolger von Grunert wird 1957 Dr. Heinz Barten mit täglicher Präsenz in Rambin. Seit dieser Zeit fungiert das Landambulatorium Rambin auch als Ausbildungsstätte für das poliklinische Jahr junger Ärzte. In den Jahren 1966 und 1967 zieht Barten sich schrittweise zurück; das Amt als Präsident der Gesellschaft für Allgemeinmedizin der DDR in Berlin verschafft ihm höhere Meriten. Zu dieser Zeit absolviert bereits Gerhard Paschirbe in Rambin sein poliklinisches Jahr, seit 1970 ist er Facharzt für Allgemeinmedizin mit regulärer Anstellung. Chef des Landambulatoriums wird Gerhard Paschirbe 1974 und bleibt es bis 1990.  1988 wird ihm der Titel Medizinalrat (MR) verliehen.

Zahnarzt im Landambulatorium ist bis 1960 Dr. Kurt Fischer. Es folgen noch drei Nachfolger. Zuletzt wirkt Andrea Beer im Doktorhaus. Heute lebt und arbeitet sie als niedergelassene Zahnärztin in ihrem Haus und ihrer Praxis am Rande der Dorfmitte.

MR Gerhard Paschirbe war letzter Chef im ehemaligen Landambulatorium und praktizierte nach der Wende weiter im Doktorhaus. Die Geschichte der Rambiner Ärzte hat er akribisch dokumentiert. Foto: Frank Levermann

Mit der Wende überzieht 1990 das Gesundheitssystem erneut ein Systembruch. Die Landambulatorien der DDR werden aufgelöst, an ihre Stelle treten Praxen niedergelassener Ärzte. MR Gerhard Paschirbe und Zahnärztin Andrea Beer stehen vor Neuland mit besonderen Herausforderungen. Aus dem sicheren Arbeitsverhältnis führt die neue politische Wirklichkeit beide in eine noch ungewisse Selbstständigkeit. Rüstzeug holt sich Paschirbe bei Arztkollegen aus Schleswig-Holstein. Bis Januar 2008 praktiziert er im Doktorhaus als niedergelassener Arzt. Um weiterhin hier wohnen zu können, kauft er das historische Gebäude 1991 und beginnt mit Ehefrau Renate bald mit der Restaurierung. Auch sein Nachfolger Dr. Francis Baudet praktiziert zunächst im Erdgeschoss des Doktorhauses bis er Anfang 2010 in das neu gebaute Haus nebenan einziehen kann.

Die 100 Jahre währende Ärztegeschichte in Rambin folgte immer einem ungeschriebenen Gesetz: Bislang sind Rambiner Mediziner nur dann in den Ruhestand getreten, wenn sie die ununterbrochene Nachfolge sichern konnten. Dr. Francis Baudet musste lange suchen bis er 2014 mit der aktuell praktizierenden Medizinerin Dr. Martina Lindner seine Nachfolgerin gefunden hatte. Darüber war er damals 71 geworden.

Ein Jubiläum, das nur einer auf dem Zettel hatte

Seit hundert Jahren gibt es ununterbrochen ärztliche Versorgung in Rambin

MR Gerhard Paschirbe war letzter Chef im ehemaligen Landambulatorium und praktizierte nach der Wende weiter im Doktorhaus. Die Geschichte der Rambiner Ärzte hat er akribisch dokumentiert. Foto: Frank Levermann

Wenn Gerhard Paschirbe nicht die Geschichte der Rambiner Ärzte so akribisch dokumentiert hätte, keiner hätte das Jubiläum im April 2019 registriert. Der Medizinalrat war lange Jahre Arzt in Rambin, letzter Chef des Landambulatoriums und hat auch noch nach der deutschen Wiedervereinigung im Doktorhaus als niedergelassener Arzt praktiziert.

Im Ruhestand hat er die Geschichte der Ärzte in Rambin dokumentiert. Sie begann mit einer Liebesgeschichte und endete für den ersten Arzt von Rambin 18 Jahre später tragisch.

Link zur Geschichte der Ärzte von Rambin und des historischen Doktorhauses.

Rambiner Verein stellt sich neu auf | Veranstaltungen auf dem Museumsgelände

Die Spreu vom Weizen trennen – früher war das keine Redensart, sondern Schwerstarbeit in der Landwirtschaft. Mit welchen Geräten Bauern auf Rügen bis in die 1930er-Jahre arbeiteten, lässt sich am besten im Heimatmuseum Rambin aufspüren. Hier, ganz in der Nähe des Bahnhofs, ist alles unter Dach und Fach versammelt: Vom Dreschflegel bis zum Rübenschneider. Ein Vergleich mit der heutigen modernen Landwirtschaft ist frappierend. Seele und Motor des Museums ist ein Förderverein. Und der hat sich jetzt neu aufgestellt.

Bislang nannte er sich „Verein zur Förderung der historischen Stätten in Rambin und Umgebung e.V.“. Diesem umfassenden Anspruch wollte sich der gemeinnützige Verein nicht länger stellen, sondern sich mehr auf seinen Kern konzentrieren, das Heimatmuseum. Jetzt heißt er Förderverein Heimatmuseum Rambin e.V. Neben den Sujets auf dem Museumsgelände kümmern sich die ehrenamtlichen Vereinsmitglieder um die nicht nur in Rambin populären Veranstaltungen.

Prof. Dr. Wolfgang Heun, Vorsitzender des Fördervereins Heimatmuseum Rambin e.V.

Den Hebel für die Neuorientierung legte jüngst die Jahreshauptversammlung um. Diese gab dem Verein eine neue Satzung, wählte für die nächsten drei Jahre einen neuen Vorstand und berief Prof. Dr. Wolfgang Heun zum Vorsitzenden. Wieviel Zeit und Energie von den ehrenamtlichen Mitgliedern in das Projekt gesteckt wurden, unterstrich der alte und neue Vorsitzende in seinem Bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr 2018 – unter anderem, um die Ausstellungsstücke noch besser zu präsentieren, das 170 Jahre alte Sägegatter und die Anlage mit den historischen Geräte zu erhalten. Besonders erfolgreich waren im abgelaufenen Geschäftsjahr die traditionellen Backofengespräche mit renommierten Referenten sowie der Erntedank- und Markttag. Man zählte zeitweise 400 Gäste.

Das voll funktionsfähige Sägegatter aus dem Jahr 1850 kann mit einem einzigen Sägeblatt aus mächtigen Baumstämmen schnurgerade Balken und Bretter zuschneiden. Foto: Frank Levermann.

In diesem Jahr steht für den 30. April wieder Tanz in den Mai mit der Band „Piraten“ und dem Rambiner Volkschor auf dem Programm. Auch zum Herrentag am 30. Mai (Christi Himmelfahrt) ist auf dem Museumsgelände was los – mit Musik, Oldtimermarkt und Oldtimertreffen. Erstmals sind dazu auch Wandergruppen eingeladen. Zum Kindertag am 1. Juni wird der Verein zum Fest auf dem Museumshof einladen. Neben kulinarischen Genüssen werden hier unter anderem die Hüpfburg, Hansi Hartmanns Kindertheater, Stroh zum Toben, Übungen mit der Freiwilligen Feuerwehr Rambin angeboten.

Die Ausstellungshalle des Museums kann immer an den Veranstaltungstagen besichtigt werden, ansonsten durch Voranmeldung. Neue Mitglieder sind im Verein herzlich willkommen.
Kontakt: Prof. Dr. Wolfgang Heun, Telefon 038306 62945.

Weitere Informationen über die Geschichte des Vereins und seiner Sammlungen.

Rambin – Gemeinde mit Charakter

Rügen ist berühmt für seine Kreidefelsen und die betriebsamen Seebäder. Gleichwohl gibt es Orte auf der Insel, die für Ruhe und freie Landschaft stehen. Rambin ist so ein Fleckchen – und dennoch nicht weitab vom Schuss.

Der Kubitzer Bodden direkt am Ortsrand von Rambin, Teil des Naturparks Vorpommersche Boddenlandschaft, ist Kleinod der Natur – eine Oase der Muße mit reichhaltiger Vogelwelt. Zu den Ausflugszielen, den Kultur- und Veranstaltungszentren und den Versorgungsmöglichkeiten ist es nur ein Katzensprung. Manche haben sich deshalb in Rambin schon häuslich eingerichtet.

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Das Gesundheitsdorf

Arztpraxen auf dem platten Land verwaisen, wenn der Doktor in den Ruhestand tritt. In Rambin ist das nicht so. Hier gibt es die Hausärztin, die Zahnärztin, Medikamente bringt der Apotheker direkt ins Haus des Patienten. Das funktioniert hier schon ewig und drei Tage. Die folgenden Links zeigen, warum das so ist. 

Foto: Wikimedia Commons, Gabriel Émile Édouard Nicolet.

Die Praxen der praktischen Ärztin, der Zahnärztin, der Heilpraktikerin und medizinische Fußpflegerin befinden sich inmitten des Dorfes. Zehn Autominuten weiter gibt es zwei Praxen für Physiotherapie. Und in der Sportgruppe halten sich Senioren fit. Für die Jugend und solche, die sich noch dafür halten, gibt es den Fußballverein SV Rambin 61. Fachärzte und Krankenhäuser in der Nachbarschaft sind in weniger als einer halben Stunde erreichbar. Und wenn es mal ganz speziell sein muss: zur Uniklinik in Greifswald  mit allen medizinischen Fakultäten schaffen Sie Sie es in einer knappen Stunde.

Medizin in Rambin hat eine lange Tradition, das zeigt die Geschichte rund um das historische Doktorhaus. Wir finden, Rambin hat ein Prädikat verdient: das Gesundheitsdorf.

Wir haben renoviert.

Unsere Website hatte in letzter Zeit einige Schwächen. Jetzt ist alles wieder fit, und wir können uns neuen Inhalten widmen. Da das ehrenamtlich läuft, wird es ein Weilchen dauern. Wer etwas für den öffentlichen Auftritt unseres Dorfes tun will, ist herzlich eingeladen, mit Informationen, Texten oder Bildern mitzuwirken.
Kontakt: Frank Levermann
Telefon 038306 623125
E-Mail nachricht@rambin.de

Juwel von Rambin: Das versteckte Kloster

Hinter Bäumen und Sträuchern im Osten des Rambiner Dorfkerns versteckt sich ein Juwel: Die Klosteranlage St. Jürgen vor Rambin. Das geschichtlich mit dem Ort eng verbundene Areal gilt heute als Geheimtipp für Menschen, die Rügen von der historischen Seite kennenlernen wollen. Was hier im Verborgenen – und leider – dem langsamen Verfall überlassen ist, wird gelegentlich Ziel einer historischen Exkursion. Das Kloster wurde mit seiner Stiftung 1334 erstmals in historischen Werken erwähnt. 

Angela Pfennig, promovierte Gartenbauhistorikerin aus Stralsund, setzt die Besucher bei der Führung durch die Anlagen des Klosters St. Jürgen vor Rambin in Erstaunen.

Und zwar nicht als Stätte der frommen Kontemplation, sondern als Aussätzigenheim. Hier fanden Leprakranke Zuflucht und Hilfe. Später, nachdem die Krankheit einigermaßen im Zaum gehalten werden konnte, wurde St. Jürgen in eine Wohnstätte umgewandelt. Arme und Schwache konnten hier ein lebenslanges Wohnrecht erhalten. So gesehen, ein frühes Sozialprogramm.

Kunstvolle Deckenmalereien in der Kapelle mit einer Weisheit, die sich heutzutage manche Politiker hinter die Ohren schreiben müssten.
Kunstvolle Deckenmalereien in der Kapelle mit einer Weisheit, die sich heutzutage manche Politiker hinter die Ohren schreiben müssten.

An einem Sonnabend Anfang April ist der Weg über das Klostergelände eine Zeitreise in frühere Jahrhunderte der Insel Rügen. 70 Interessenten sind gekommen, um mit Angela Pfennig, eine promovierte Gartenbauhistorikerin aus Stralsund, durch die alte Klosteranlage zu wandeln. Ihr gelingt es, die historische Gestalt der Obstgärten, Parkflächen und alten Gemäuer lebendig zu machen: „Bis auf geringfügige Veränderungen ist die Anlage heute noch so, wie sie früher einmal war“. Im Laufe der Jahrhunderte jedoch habe Gartenbaukunst und Landschaftsgestaltung an dieser Stelle ihre Bedeutung verloren. Nur noch wenige Schollen werden jetzt liebevoll bearbeitete, ansonsten ist alles verwildert. Und der Verfall der Gebäude bleibt den Besuchern auch nicht verborgen. Eine seltene Gelegenheit bot Angela Pfennig den Teilnehmern: Die Innenbesichtigung der Klosterkapelle. Sonst bleiben die Pforten für Besucher geschlossen.

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