Rügens kleinste Kirche

Tote Hose was Kultur anbelangt? Nicht wirklich: es gibt Kleinode im Tausend-Seelen-Dorf Rambin. Die achteckige Backsteinkapelle im Ortsteil Bessin zum Beispiel, Rügens kleinste Kirche.

2014_07_02_Rambin Bessin Kapelle_wpJedem halbwegs brauchbaren Reiseführer ist die pittoreske Kapelle einen Artikel wert. Und sommers schauen gelegentlich Touristen vorbei. Was die wenigsten wissen: Die Kapelle zum Heiligen Kreuz, wie sie richtig heißt, ist kein totes Gemäuer. Hier gibt es übers Jahr ein Programm –  vom plattdeutschen Gottesdienst bis zum klassischen Gitarrenkonzert. Höhepunkt ist immer das Erntedankfest, zu dem Besucher von der Insel und aus Stralsund kommen.

Der 1998 gegründete Förderverein der „Kapelle zum Heiligen Kreuz Bessin e.V.” kümmert sich um das Programm. Auch Erhaltung und Restaurierung des Innenraums organisiert und finanziert der Verein aus Spenden. Unterhaltskosten für das Bauwerk selbst und die Außenanlagen bezahlt die Gemeinde Rambin. Es ist beileibe nicht übertrieben: Hier funktioniert das Zusammenspiel zwischen bürgerschaftlichem Engagement und kommunaler Vorsorge.

Wenn Sie mehr über die Kapelle Bessin lesen wollen, können wir Ihnen diese Website empfehlen. Hier finden Sie auch die Termine von Veranstaltungen im laufenden Jahr.

Auf ein Wort zum Jahreswechsel

Andreas Klug, Bürgermeister

Liebe Rambinerinnen und Rambiner, verehrte Gäste unserer Gemeinde,

ich wünsche Ihnen und Ihren Familien eine fröhliche und friedvolle Weihnachtszeit sowie einen guten Rutsch ins Neue Jahr 2020.

Genießen Sie die Fest- und freien Tage in Harmonie im Kreise Ihrer Lieben, um sich zu erholen, zu feiern, Kraft zu tanken und auch um Zukunftspläne zu schmieden.

Für viele von uns geht ein sehr arbeitsreiches und von Hektik geprägtes Jahr 2019 zu Ende. Das gesellschaftliche Umfeld und die täglichen persönlichen Anforderungen stehen oftmals nicht im Einklang mit einer gesunden und ausgewogenen Lebensweise, wie wir sie uns im Grunde wünschen.

Auch für mich haben sich die Herausforderungen mit der Übernahme des Bürgermeisteramtes erhöht. Allen, die zu dem überzeugenden Wahlerfolg beigetragen haben, möchte ich rückblickend DANKE sagen. Es ist gelungen, die verantwortlichen Gremien unserer Gemeinde sachkompetent zu erneuern. Den engagierten Ehrenamtlern unserer Gemeinde hierfür ein besonderes Dankeschön.

Gerade die jetzt breitere und qualifiziertere Aufstellung gibt mir Mut, die anstehenden Aufgaben der nächsten Jahre vereint anzugehen.

Für ein l(i)ebenswertes Rambin brauche ich auch Sie! Bringen Sie sich ein!

Lassen Sie uns gemeinsam ein Umfeld gestalten, so dass sich möglichst jeder Einwohner unserer Gemeinde wohlfühlt und stolz auf seinen Heimatort ist.

Sehr viel ist beispielsweise bereits für ein ansehnliches Ortsbild geschaffen. Außergewöhnlich ist meines Erachtens für die nicht mal 1000-Seelen-Gemeinde Rambin die vielfältige und breit gefächerte Vereinsarbeit. Die lebt aber vor allem von der Teilnahme und dem Engagement der Menschen. Meine Bitte, nutzen und mehren Sie diese Angebote!

Für Anregungen und persönliche Gespräche stehe ich Ihnen auch im Neuen Jahr immer dienstags ab 16.30 Uhr in der Bürgermeister-Sprechstunde zur Verfügung, gern auch mit Voranmeldung unter Tel. 68050.

Ihr Bürgermeister Andreas Klug

Auch in Rambin weihnachtet es sehr

Lang, lang ist es her – da gabs schon im Dezember richtigen Winter. Wir bauten uns einen Schneemann, holten die Schlitten aus dem Keller und fiberten dem Weihnachtsfest entgegen. Jetzt mussten sich die Rambiner etwas einfallen lassen, um beim Nikolausmarkt wenigstens einen Mann aus Schnee aufzustellen. Bauer Oliver Klühs lieferte drei weiße Silageballen; die stehen schön aufeinander gestapelt vor der St.-Johannes-Kirche – ausstaffiert, angemalt und beleuchtet. Höhepunkt beim Nikolausmarkt war das Weihnachtssingen des Volkschors Rambin in der St.-Johannes-Kirche.

Lasst Euch inspirieren und singt mal wieder. Anregung gibt euch unser Volkschor in dem Video.

 

In den Drammendorfer Polder fließt Wasser aus dem Kubitzer Bodden

Rambin. Im Zuge der Renaturierung des Drammendorfer Polders ging es gestern dem Deich an den Kragen: Den am Ufer des Kubitzer Boddens 1962 mit Steinen und Bodenmaterial geschlossenen Priel öffneten Bagger und schwere Baumaschinen in wenigen Stunden. Schon Tage zuvor war der einst in viel Handarbeit aufgeschüttete Deich auf einer Länge von rund 700 Metern abgeflacht worden. Heute, im letzten Arbeitsschritt, wird der direkte Zufluss vom Boddengewässer hergestellt. „Bei Hochwasser sorgt der wieder geöffnete Priel dafür, dass Wasser in die Renaturierungsfläche fließt und bei Niedrigwasser wieder herausströmt“, erläutert Rasmus Klöpper von der Ostsee-Stiftung, „wir werden dann eine Mischung aus Flachwasserzonen und etwas höheren Bereichen haben, wo Salzwiesen wachsen werden.“ Rund einen Kilometer südlich ist bereits ein neuer Deich für den Hochwasserschutz gebaut worden. Mit der Renaturierung werden für Wasservögel in den Flachwasserzonen ein neues Refugium und auf den Salzwiesen eine artenreiche Flora und Fauna entstehen. Die Arbeiten an dem Renaturierungsgebiet zwischen den Rambiner Ortsteilen Rothenkirchen, Drammendorf und der Neuendorfer Kate sollen im kommenden Frühjahr abgeschlossen werden. Dann wird das Gebiet für Wanderer und Spaziergänger zugänglich sein.


Video von den Bauarbeiten an der Deichöffnung zum Drammendorfer Polder

Nachtrag am 27. November:
Nach der Öffnung des Deiches ist der Drammendorfer Polder zum Teil geflutet: Die Bildergalerie zeigt, wie es jetzt hier aussieht:



 

400 Bäume und Sträucher am Drammendorfer Polder gepflanzt

Rambin, 16. November 2019. Rambiner im Modder: Unter dieser Überschrift schickte mir ein Teilnehmer sein Foto von der heutigen Pflanzaktion am Drammendorfer Polder. 400 wurzelnackte Bäume und Sträucher sollten am Fleetgraben des neu geschaffenen Deichs in den Boden kommen, auf dass sie in den nächsten Jahren sprießen und gedeihen. Ein Event mit überraschend großem Erfolg und mit Begleitung eines Fernsehteams für das Nordmagazin heute ab 19:30 Uhr im NRD.  60 Bürgerinnen und Bürger waren den Einladungen der Gemeinde Rambin und der Ostsee-Stiftung gefolgt – trotz anhaltenden Regens und aufgeweichten Bodens, in dem schon mal die Stiefel und später, bei der Rückfahrt, das eine oder andere Auto stecken blieben. Man kann sich kaum vorstellen wie viel Spaß alle beim Waten und Buddeln im Bodden-Modder hatten. Mit der großen Beteiligung war die Aktion schon nach gut zwei Stunden abgeschlossen.

Rambiner im Modder. Foto: Jürgen Meixner

Hintergrund der Aktion ist die Wiedervernässung einer 94 Hektar großen Fläche am Kubitzer Bodden zwischen den Ortsteilen Rothenkirchen, Drammendorf und der Neuendorfer Kate. Der heute noch geschlossene Deich am Kubitzer Bodden soll demnächst geöffnet werden. Das Grünland wird sich danach langfristig in eine artenreiche Salzwiese verwandeln – ähnlich wie sie es früher einmal war, als es hier noch keinen Deich am Boddenufer gab – mit Wasserflächen, wechselfeuchten Böden, Brackwasserröhrichten und Moor. An dem Projekt wurde mehr als drei Jahre geplant. Seit dem Frühjahr beherrschen Bagger und Baufahrzeuge die Szene. Im kommenden Frühjahr sollen die Arbeiten abgeschlossen werden. Dann wird das Gebiet ein neuer touristischer Anziehungspunkt für Rambin.
Den Hochwasserschutz soll künftig ein neuer Deich mit einem Fleetgraben übernehmen, der zurzeit rund einen Kilometer landeinwärts vom alten Deich entsteht. An der Südseite dieser Baustelle sind jetzt die 400 Bäume und Sträucher gepflanzt worden. Gestellt wird das Pflanzgut durch die Ostsee-Stiftung, die auch das gesamte Renaturierungsprojekt realisiert.

Super Resonanz: Trotz Regens waren 60 Rambinerinnen und Rambiner dabei.
400 Bäume und Sträucher gepflanzt. Sie werden dem Fleetgraben ein grünes Band geben.

Vorschläge zur Auszeichnung von ehrenamtlichem Engagement

Das bürgerschaftliche Engagement in der Vielfalt seiner Formen leistet wichtige Beiträge für die politische und soziale Bindekraft, die unsere Gesellschaft zusammenhält. Für die Städte, die Gemeinden und auch für den Landkreis ist das, was die Bürgerinnen und Bürger freiwillig für ihr Gemeinwesen leisten, unverzichtbar. Von der Kultur über den Sport bis hin zu den sozialen Diensten könnte vieles nicht mehr erledigt werden, wenn nicht Bürgerinnen und Bürger bereit wären, ihre Freizeit für das Gemeinwohl zur Verfügung zu stellen.

Auf dem Neujahrsempfang des Landkreises Vorpommern-Rügen werden daher das Engagement von 20 aktiven Bürgerinnen und Bürgern und die Bedeutung des Ehrenamtes für die Gesellschaft wieder besonders gewürdigt.
Dafür sind Vorschläge gefragt. Das Ehrenamt muss dabei kein „Amt“ sein; Engagement ohne Verein und Co. zählt ebenso. Ausschlaggebend ist der freiwillige Einsatz, sei es für die Mitmenschen, sei es für Tiere, Natur, Umwelt, im Sport oder eine andere gute Sache. Aus allen Amtsbereichen soll eine Person, gefunden werden, die sich in diesem Sinne engagiert hat.

Wer einen Vorschlag geben möchte, sollte seine eigenen Kontaktdaten und die Kontaktdaten des /der Vorgeschlagenen, in welchem Bereich oder Institution er oder sie sich engagiert, seit wann das Ehrenamt ausgeübt wird und ein kurze Beschreibung des Engagements enthalten. Diese Informationen sind dann an den Landkreis Vorpommern-Rügen, z.Hd. Kati Bischoff, Carl-Heydemann-Ring 67, 18437 Stralsund bis zum 6. Dezember 2019 einzureichen. Weitere Informationen erhalten Sie unter 03831/357-1231 oder Kati.Bischoff@lk-vr.de.

Arbeit, Würstchen und ein Bier: Saisonschluss im Anglerhafen

Wortkarg und schnörkellos, so wirkt die Einladung des Rambiner Anglervereins:
Sonnabend 09.11.2019 um 09:00 Uhr am Fuchsberg
1. Abbau des Steges
2. Aufräumen des Hafengeländes
3. Abbau der Fahnen an der Fahrrinne

Wenn so etwas auf der Website des Rambiner Anglervereins steht, ist zweierlei klar: Die Saison am Kubitzer Bodden ist unwiderruflich vorbei, und die Vereinsmitglieder sollen mit anpacken, um die Anlage winterfest zu machen.

Arbeitsantritt bei den meisten schon vor neun Uhr. Weil an die zwanzig Vereinsmitglieder mitmachen, ist in  zwei Stunden die Arbeit ist „gegessen”. Danach sind es Würstchen, die gegessen werden. Und dann erst mal: Schluss mit lustig, der Winter kann kommen. So geht das hier jedes Jahr am Kubitzer Bodden (Bilderstrecke vom Oktober 2015).

9. November: Ehrung für die Feuerwehren im Amt West-Rügen

Samtens. Tag und Nacht, 365 Tage rund um die Uhr sind sie für uns da. Das verdient Anerkennung. Am 08. November um 19.00 Uhr findet die diesjährige Auszeichnungsveranstaltung für die Feuerwehren des Amtes West Rügen statt. Ort ist das Gerätehaus der Feuerwehr Samtens.

Dabei werden Mitglieder für besonderes Engagement oder langjährige Mitgliedschaften durch den Kreis- bzw. Landesverband geehrt. In diesem Jahr hat die Feuerwehr Rambin sogar vier solcher Auszeichnungen zu erwarten: einmal für 10 Jahre, zweimal für 40 Jahre und einmal für 60 Jahre Mitglied in der Feuerwehr Rambin.

Musik für krebskranke Kinder in Freiburg

Rambin, 28. September.

Vor knapp 15 Jahren machte sich der Freiburger Musiker und Komponist Heinrich Bohnert zusammen mit seiner Frau und seinen Instrumenten auf nach Rügen und blieb auf der Insel. Seitdem lebt und arbeitet er dort und macht unter anderem auch zu verschiedenen Gelegenheiten Straßenmusik. So auch kürzlich beim Erntedank- und Markttag in Rambin.

Beim Erntedank- und Markttag im Rambiner Heimatmuseum gesehen: Heinrich Bohnert erfreute die Gäste mit Musik und sammelte Geld für die Kinder-Krebshilfe. Foto: Privat.

Seine Einnahmen steckt er jedoch nie in die eigene Tasche, sondern  spendet Sie jedes Mal an den Förderverein für krebskranke Kinder in Freiburg, mit dem er sich auf Grund seiner Herkunft und trotz seines Umzuges in den Norden verbunden fühlt.
Es ist toll zu sehen, dass wir auf diesem Wege sogar Menschen am anderen Ende des Landes erreichen und sie von unserer Arbeit für betroffene Familien erfahren. „In meinem Elternhaus in Freiburg betreuen wir Menschen aus der ganzen Welt“, sagt Heinrich Bohnert. So erreichen uns nun auch Spenden aus dem Nordosten von Deutschland. Tolle Aktion, DANKE!

Renaturierung am Kubitzer Bodden

Rambin, 12. August 2019. Vorbei mit Stille und Idylle: Wo sonst Lerchen, Gänse und Kraniche ihre jahreszeitlichen Vogelsymphonien aufführen, wühlen sich bis ins kommende Frühjahr Bagger und andere schwere Baumaschinen durch das Grünland in Sichtweite des Kubitzer Boddens. Das groß angelegte Projekt zur Umgestaltung von Küstenlandschaft heißt „Renaturierung Polder Drammendorf“. Auf lange Sicht werde sich hier ein landschaftstypischer Lebensraum entwickeln, ähnlich wie er früher einmal war, als es hier noch keinen Deich gab – mit Wasserflächen, wechselfeuchten Salzwiesen, Brackwasserröhrichten und Moor, informiert Rasmus Klöpper, der Projektleiter bei der Ostsee-Stiftung: „Im Zuge dieser Maßnahme wird auch der 1962 entstandene Deichabschnitt an der Boddenküste auf einer Länge von 650 Metern zurückgebaut. Ganze Seite lesen…

Den Hochwasserschutz soll künftig ein neuer Deich übernehmen, der zurzeit rund einen Kilometer landeinwärts entsteht. Ein neues Schöpfwerk wird dafür sorgen, dass dahinter niemand nasse Füße bekommt. Wenn im nächsten Frühjahr alle Arbeiten abgeschlossen sind, werden Rinder und Jungkühe auf Dauer die „Landschaftspflege“ übernehmen wie bereits seit drei Jahren auf einem Teilabschnitt. Auf dem künftigen Salzgrasland halten sie den Bewuchs kurz.

 

 

Heute durchzieht die 94 Hektar große Projektfläche zwischen den Rambiner Ortsteilen Drammendorf, Rothenkirchen und der Neuendorfer Kate ein Netz von Entwässerungsgräben. Die werden im Laufe der Bauarbeiten verfüllt oder zu flachen Rinnsalen umgestaltet.

Prof. Dr. Lutz-Arend Meyer-Reil

Hier werden sich typische Brutvogelarten des Salzgrünlandes wohlfühlen – Arten wie Knäk- und Löffelente, Austernfischer, Uferschnepfe und Wiesenpieper. Auf dem Grünland findet man schon jetzt verbreitet Feldlerchen, vereinzelt auch Kiebitze und Rotschenkel. Im Frühjahr und Herbst rasten hier viele Zugvögel auf ihrer Reise zwischen Süd- und Nordeuropa. Das genießt übers Jahr ein direkter Anlieger des Projektgebietes, der emeritierte Professor Dr. Lutz-Arend Meyer-Reil. Er wohnt in der Neuendorfer Kate und sieht in dem Vorhaben positive Aspekte: „Das neue wechselfeuchte Gebiet wird sich gut auf die Bestände auswirken.“ Weniger begeistert war er allerdings, dass ihn als unmittelbarer Nachbar bis vor wenigen Tagen noch kein Verantwortlicher des Vorhabens kontaktiert hatte.

Andreas Klug, Bürgermeister von Rambin vertraut den Fachleuten: „Ich gehe davon aus, dass die Umsetzung der Maßnahme zu den erhofften ökologischen Zielen führt und sich für Einheimische und Touristen eine Bereicherung des Naturerlebnisses in unserer Landschaft ergibt.“ Gute Aussichten also für Tierbeobachter und Naturliebhaber.

Andreas Klug

Denn der neue Deich wird auf einer Berme einen Meter unterhalb der Deichkrone begehbar sein. Auch das abgeflachte Gelände, über das sich heute noch der Deich in Ufernähe erstreckt, wird begehbar bleiben. Unterbrochen allerdings durch einen 20 Meter breiten Priel – ein offener Zugang, durch den das salzhaltige Boddenwasser ein- und ausströmen kann. Ähnlich wie früher, bevor der Deich in diesem Abschnitt gebaut worden war. Das weiß niemand besser als einer, den manche im Ort heute noch als „Retter des Rambiner Deichs“ kennen. Als Mitte der Neunzigerjahre der Deich an anderer Stelle gebrochen war, trat der damalige Fuhrunternehmer ohne viel Federlesen mit seinen beiden Radladern auf den Plan und füllte die große Leckage wieder auf. „Sonst wären Teilflächen von Rambin abgesoffen“, sagt der heute 79-Jährige. Er will mit Namen nicht in der Zeitung erscheinen, weil er seit einigen Jahren in Rente ist und seine „Ruhe haben will“.

Dr. Manfred Möller

Seit 2013 wird das Grünland nicht mehr gedüngt und seit drei Jahren von Mai bis Oktober durch Rinder beweidet. An einigen Stellen findet sich langsam eine sogenannte Magerwiese ein. Was eher nach Mangel klingt, ist aus ökologischer Sicht eine Rarität: Es konnten sich selten gewordene Pflanzen vermehren und neue Kleintierarten ansiedeln. Bewirtschaftet wird die Fläche durch die Agrar-Produktions- und Vertriebsgemeinschaft (APV) aus dem Rambiner Ortsteil Rothenkirchen. Für APV-Chef Dr. Manfred Möller in etwa ein Nullsummenspiel: „Für die Nutzung der Fläche zahlen wir Pacht, bekommen aber unseren höheren Aufwand von der Ostsee-Stiftung erstattet.“ Sonst würde sich wohl kein konventionell wirtschaftender Bauer für solch ein Öko-Projekt engagieren.

Die aktuelle Maßnahme schlägt in Bau- und Planungskosten mit mehr als zwei Millionen Euro zu Buche. Das Geld kommt großteils aus Fördertöpfen des Bundes, einen Teil tragen die Ostsee-Stiftung und das Land MV. Das Kapital der Stiftung von zehn Millionen Euro stammt vom russisch dominierten Konsortium Nord Stream AG – als Ausgleichsmaßnahme für die Inanspruchnahme der Ostsee- und Uferräume beim Bau der ersten Pipeline zwischen dem russischen Wyborg und Lubmin bei Greifswald.